Sané-Tag gegen Arsenal: FC Bayern holt Punkt der Hoffnung

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Stand: 10.04.2024 08:40 Uhr

Bayern München hat sich dank des überragenden Leroy Sané im Champions-League-Viertelfinale am Dienstagabend (09.04.2024) beim FC Arsenal eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeitet. Es war aber auch durchaus ein Sieg möglich.

Beim für die Londoner glücklichen 2:2 (1:2) hatte Bukayo Saka (12. Minute) die “Gunners” in Führung gebracht, ehe Sané die Tore von Serge Gnabry (18.) und Harry Kane (32./Foulelfmeter) einleitete. Eine Viertelstunde vor Schluss gelang dem Spitzenreiter der Premier League durch Leandro Trossard noch der Ausgleich.

Bayern-Trainer Tuchel nicht ganz zufrieden

“Ein großes Spiel für mich. Ich bin sehr glücklich, dem Team geholfen zu haben”, sagte Kane nach dem Schlusspfiff bei “Prime”. “Wir haben einen kleinen Schritt gemacht, aber wir müssen von Spiel zu Spiel fokussiert sein. Es ist ein gutes Auswärts-Resultat, hoffentlich können wir das zu Hause klar machen. Der Traum von Wembley lebt.” 

Coach Thomas Tuchel äußerte sich nicht ganz zufrieden: “Ich denke, wir hätten gewinnen können.” Außerdem warf er dem schwedischen Schiedsrichter Glenn Nyberg ausgiebig vor, den Münchnern einen “hundertprozentigen” Handelfmeter verweigert zu haben: “Das tut auf dem Niveau extrem weh.”

“Kinderfehler” – Bayern-Wut auf Schiedsrichter

Tuchel bezog sich auf eine Situation in der zweiten Halbzeit, als Nyberg in die Abstoß-Bewegung von Arsenals Torhüter David Raya hinein pfiff und Abwehrspieler Gabriel daraufhin im Strafraum den Ball in die Hand nahm. Der Schiedsrichter habe den Münchner Spielern gesagt, es habe sich um einen “Kinderfehler” gehandelt, so etwas pfeife er nicht in einem Viertelfinale der Champions League. “Am Ende ist es spielentscheidend”, sagte Joshua Kimmich.

Nicht nur für diese Entscheidung kritisierte der erregte Tuchel den “unterdurchschnittlichen” Unparteiischen. “Die ganzen Kleinigkeiten gingen alle in eine Richtung, jeder Körperkontakt wurde weggepfiffen”, sagte er bei Prime Video. Die Spieler von Arsenal hätten reklamieren können, “wie sie wollten, wir haben letztes Mal sofort beim Abwinken eine Gelbe Karte gekriegt”.

München: Neuer-Rückkehr und spezielle Wiedersehen

Bei den Bayern hatte sich Kapitän Manuel Neuer, der zuletzt bei den Niederlagen gegen Dortmund und in Heidenheim wegen eines Muskelfaserrisses pausieren musste, wieder fit gemeldet. Dazu war es ein Abend mit besonderen Wiedersehen: Arsenal-Stürmer Kai Havertz, der in der Startelf stand, hat mit Tuchel 2021 die Champions League mit Chelsea gewonnen.

Dazu kehrten die Ex-Tottenham-Stars Kane und Eric Dier nach London zurück – und wurden bei jedem Ballkontakt von den Anhängern des früheren Stadtrivalen gnadenlos ausgepfiffen.

Spiel beim FC Arsenal – ohne Bayern-Fans

Pfiffe aus der Gästekurve gab es an diesem Abend keine. Wegen einer UEFA-Strafe nach dem Fehlverhalten von Münchner Anhängern beim Achtelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom waren die Bayern-Fans ausgeschlossen.

Und sie verpassten schon im ersten Durchgang eine Menge – vor allem ein rasantes und taktisch hochinteressantes Fußballspiel. Nach zehn Minuten Ballkontrolle der Bayern setzte Arsenal die ersten dicken Ausrufezeichen in der Offensive.

Saka legt vor, dann dreht Sané richtig auf

Nachdem Alphonso Davies einen Angriff der Londoner nicht konsequent genug klären konnte, schickte Ben White seinen Kollegen Bukayo Saka perfekt in den freien Raum. Im Strafraum hatte Saka dann deutlich zu viel Platz, profitierte auch von Diers Passivität und zirkelte die Kugel überragend aus zwölf Metern halbrechter Position zum Führungstreffer ins lange Eck.

Die Reaktion der Bayern: beeindruckend. Statt sich durch die beiden gravierenden Abwehrlücken irritieren zu lassen, fuhren sie konsequent und in höchstem Tempo ihre Konter. In der 18. Minute leitete Sané nach einem Fehlpass von Gabriel den Angriff mit einem großartigen Pass auf Leon Goretzka ein, der ebenso intelligent in die Spitze auf Serge Gnabry weiterleitete. Gnabry schloss sofort ab und brachte den Ball an Arsenals Keeper David Raya zum Ausgleich vorbei.

Bayerns Leroy Sane behauptet sich gegen Arsenals Bukayo Saka

Vor allem Sané drehte danach so richtig auf. Nach einer halben Stunde umkurvte er im Alleingang die halbe “Gunners”-Abwehr und zog schließlich das Foul von Wiiliam Saliba. Den Strafstoß versenkte Kane trotz der Anfeidungen von den Rängen souverän.

Bayern-Abwehr wird sicherer

Im zweiten Durchgang stärkte Arsenals Coach Mikel Arteta die zuvor teilweise haarsträubende Konterabsicherung seiner Mannschaft, aber auch die Abwehr der Bayern agierte nun viel sicherer als in der Anfangsviertelstunde der ersten Hälfte.

Beides ging zunächst zulasten weiterer Großchancen, dennoch hatten der sehr starke Goretzka und auch Konrad Laimer nach guten Balleroberungen die Chance, mit etwas mehr Präzision den dritten Treffer nachzulegen.

Tuchel mit erstaunlichem Wechsel

Genau das monierte Tuchel gestenreich an der Seitenlinie, kurze Zeit später überraschte er aber mit einem erstaunlichen Wechsel. Der bis dahin überragende Sané musste schon in der 66. Minute als erster Bayern-Spieler vom Feld, stattdessen durfte Gnabry weitermachen, obwohl ihm nach der monatelangen Verletzungspause sichtlich die Kräfte ausgingen.

Bitter für den Rückkehrer: Vier Minuten nach dem Tuchel-Move mit Sané griff sich Gnabry schmerzverzerrt an die Oberschenkelrückseite – es droht die nächste Zwangspause für den Linksaußen, der sich noch Hoffnung auf die EM-Teilnahme gemacht hatte.

Ausgleich durch Arsenal-Joker

Tuchels Gegenüber hatte mit seinen Auswechslungen mehr Glück. Leandro Trossard kam in der 66 Minute gemeinsam mit Gabriel Jesus in die Partie. Zehn Minuten später legte der Brasilianer für den Belgier quer, Laimer und Joshua Kimmich standen zu weit weg vom Geschehen – Trossard ließ Neuer aus zehn Metern per Flachschuss keine Chance und traf quasi aus dem Nichts zum 2:2-Ausgleich.

Die beste Chance, dieses Spiel noch zu entscheiden, hatten in der 90. Minute die Bayern. Doch Kingsley Coman fehlte einfach nur das Glück: Nach Top-Vorbereitung von Jamal Musiala traf der Franzose mit einem artistischen Hackentrick nur den Pfosten.

Klare Sache im Rückspiel: “Gewinner kommt weiter”

Eine Schrecksekunde hatten aber auch die Münchener noch: Saka stand in der 95. Minute plötzlich frei vor Neuer und kam nach einer klaren Berührung mit dem Keeper zu Fall – Schiedsrichter Glenn Nyberg pfiff aber erstaunlicherweise keinen Strafstoß und wurde auch nicht vom Videoassistenten korrigiert.

Das Unentschieden seiner Mannschaft kommentierte Bayern-Trainer Thomas Tuchel eher nüchtern. “Natürlich wussten wir, dass wir über 90 Minuten besser spielen müssen als in Heidenheim, das ist sehr klar, das haben wir getan, es war nötig hier”, sagte er. Die Ausgangslage für das Rückspiel bei diesem Ergebnis sei nun klar: “Der Gewinner kommt weiter.” Mit der gleichen “Hingabe, Leidenschaft und Qualität” werde das seine Mannschaft sein.

Rückspiel in acht Tagen

Während für die “Gunners” nun in der Liga weiterhin der Kampf um die Meisterschaft ansteht, fiebern die Bayern ausschließlich dem Rückspiel entgegen: Am 17. April kommt der FC Arsenal zum großen Showdown in die Münchener Arena.

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