Leverkusen gelingt gegen Hoffenheim nächste Last-Minute-Wende

Stand: 30.03.2024 20:48 Uhr

Verlieren unmöglich: Bayer Leverkusen hat in dr Fußball-Bunesliga gegen die TSG 1899 Hoffenheim bis kurz vor Schluss zurückgelegen – und dann doch wieder gewonnen. Robert Andrich (88. Minute) und Patrik Schick (90.+1) sorgten zum wiederholten Male für eine späte Wende. Maximilian Beier (33.) hatte die Gäste in Führung gebracht.

Spätestens nach dem Treuebekenntnis von Xabi Alonso lag die Annahme recht nah, Bayer Leverkusen könne in dieser Saison gar nicht verlieren. Zahlreiche Leistungsträger hatte die Werkself im Laufe dieser Spielzeit schon langfristig gebunden, 38 Pflichtspiele ohne Niederlage überstanden, und dann schob der Trainer einem möglichen Wechsel zum FC Bayern München oder FC Liverpool den Riegel vor. “Ich bin noch nicht fertig hier“, hatte Alonso seine Entscheidung begründet.

Seit Wochen betont der Spanier, dass trotz der komfortablen Situation in der Bundesliga und dem deutlichen Vorsprung auf den FC Bayern keine Entscheidung gefallen sei. Das Ziel entsprechend gegen die TSG Hoffenheim: weiter siegen. Doch dieses Vorhaben entpuppte sich recht schnell als äußerst schwieriges Unterfangen.

Leverkusen dominant, aber nicht gefährlich

Leverkusen hatte gewohnt viel Ballbesitz und bestimmte die Partie, die tiefe Gäste-Defensive ließ jedoch keine großen Chancen zu. Florian Wirtz sorgte mit einer Einzelaktion in der 18. Minute für das erste bisschen an Aufregung, der Nationalspieler zirkelte den Ball nach einem Solo aber aus 20 Metern knapp am langen Pfosten vorbei.

Torge Hidding, Sportschau, 30.03.2024 18:38 Uhr

Der erste Schuss aufs Tor des Spiels kam dann von Hoffenheim – und der landete dann auch gleich im Tor der Leverkusener. Mit seiner Schnelligkeit nutzte Maximilian Beier die in diesem Moment lückenhafte Bayer-Defensive und erzielte nach Doppelpass mit Wout Weghorst das 1:0 (33.).

Erstmals wirklich eingreifen musste TSG-Keeper Oliver Baumann, als Granit Xhaka eine Flanke verrutschte und beinahe im Hoffenheimer Tor landete (42.). Zwei Minuten später war Baumann auch gegen Jonas Hofmann zur Stelle. Der Rechtsaußen hatte kurz vor der Halbzeitpause die größte Chance, schoss aus kurzer Distanz aber einen gegnerischen Verteidiger an (45.+1), dann köpfte Robert Andrich aus noch besserer Position vorbei (45.+2).

Und die Frage kam auf: Wird der 27. Bundesliga-Spieltag der Moment, an dem Leverkusen sein erstes Spiel in der Saison verlieren würde?

Hoffenheim mit guter Abwehr und gutem Keeper Baumann

Bayer rannte mit Beginn der zweiten Halbzeit mit aller Macht an und untermauerte sein großes Selbstvertrauen – zumal die Werkself schon mehrfach in diesem Jahr Rückstände gedreht hatte, oftmals auch in den letzten Minuten wie zuletzt in der Europa League gegen Quarabag Agdam. Doch Hoffenheim hielt den Bemühungen bravourös stand.

Und wenn es dann doch mal gefährlich wurde, war Baumann zur Stelle. In der 54. Minute entschied er das Duell der DFB-Kollegen gegen Wirtz, dessen Schuss noch abgefälscht wurde, mit einem starken Reflex für sich. Bei der nächsten Großchance der Leverkusener hatte Baumann dann Glück, weil Alejandro Grimaldo den Ball aus kurzer Distanz nicht richtig traf und er in seine Arme kullerte (68.).

Torschuss-Flut von Leverkusen – und die späte Erlösung

Seinen größten Auftritt hatte Baumann dann aber in der 76. Minute. Jeweils aus kurzer Distanz war der Keeper erst gegen Patrik Schick und dann auch beim Nachschuss von Amine Adli stark zur Stelle. Zu diesem Zeitpunkt betrug das Torschussverhältnis 24:5 zugunsten der Gastgeber – die Gäste führten aber. Und immer mehr war das Baumann zu verdanken.

Doch irgendwann war der Sturmdrang der Leverkusener dann auch für den letzten Hoffenheimer zu viel. Erst sorgte Robert Andrich recht glücklich für den Ausgleich nach einer Standardsituation (88.), dann überlief Bayer die TSG über die rechte Seite, schließlich bediente Nathan Tella in der Mitte Schick, der aus kurzer Distanz einnetzte (90.+1).

Der Tscheche hatte gegen Quarabag schon in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt. Und nun sorgte er wohl vor allem beim FC Bayern für lange Gesichter, die angesichts der Hoffenheimer Führung lange darauf hoffen durften, dass ihnen die Tür im Titelkampf doch noch einen Spalt geöffnet wird. Doch Alonso und Bayer scheinen einfach nicht verlieren zu können.

“Ich habe auch bis zur 88. Minute nicht daran gedacht, dass wir verlieren könnten”, sagte Alonso nach dem Spiel zur Sportschau, “diese Mannschaft hat den Glauben, alles bis zum Ende zu versuchen.” Sein Hoffenheimer Kollege Pellegrino Matarazzo sagte: “Trotz der Niederlage muss man sehen, was die Mannschaft heute geleistet hat. Es war ein unglaublicher Druck, dem wir standhalten mussten – und leider sind zwei reingegangen.”

Bayer gegen Union, TSG empfängt Augsburg

Leverkusen ist am kommenden Spieltag auswärts bei Union Berlin zu Gast (Samstag, 06.04.2024 um 15.30 Uhr). Hoffenheim empfängt Augsburg am Sonntag (15.30 Uhr).

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