Drei Topspiele – Hochspannung nein, Vorfreude ja

drei topspiele hochspannung nein vorfreude ja

Stand: 25.04.2024 17:55 Uhr

Am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga treten die ersten sechs Teams der Tabelle in direkten Duellen gegeneinander an. Wirklich spannend ist das nicht mehr, freuen dürfen wir uns dennoch.

Eigentlich ist diese 31. Runde der Fußball-Bundesliga wie gemalt in Sachung Spannung. Als hätten es die Spielplan-Macher gewusst, treten doch vier Spieltage vor Schluss die ersten sechs Teams der Tabelle in direkten Duellen gegeneinander an. Spitzenreiter Bayer Leverkusen erwartet den Tabellen-Dritten aus Stuttgart, die zweitplatzierten Münchner Bayern müssen gegen Eintracht Frankfurt auf Platz sechs ran, und der Tabellen-Vierte Leipzig spielt gegen den Fünften Borussia Dortmund.

Meister steht fest, fünfter Platz in der Königsklasse naht

Doch so wirklich spannend ist es dort oben in der Tabelle nicht. Das liegt  daran, dass Leverkusen schon längst als Meister feststeht und dass die Bundesliga in den Europapokalen in dieser Saison sehr erfolgreich ist. So stehen die Bayern und Borussia Dortmund im Halbfinale der Champions League, und Bayer Leverkusen hat es in der Europa League unter die letzten vier Mannschaften geschafft.

Deshalb hat die Liga auch beste Chancen, über die neue Ein-Jahres-Wertung der UEFA einen zusätzlichen Platz in der Champions League  zu bekommen. Das liegt an der Reform der Königsklasse. Dortmund, Bayern und Leverkusen müssen in zusammen mindestens sechs Europacup-Spielen nur noch vier  Punkte einfahren. Für einen Sieg gibt es zwei Zähler, für ein Remis und fürs Weiterkommen jeweils einen. Wenn das klappt, dann sind in der nächstes Saison gleich fünf deutsche Teams in der Champions League dabei.

Gesetzt den Fall, und das ist  sehr wahrscheinlich, dann wären Leverkusen, die Bayern, der VfB Stuttgart und RB Leipzig jetzt schon sicher in der Königsklasse. Der BVB bräuchte aus vier Spielen noch einen Punkt. Kurzum: Die Luft ist raus. Das Spiel zwischen Leipzig und Dortmund wurde wochenlang als “Endspiel” um die Champions-League-Teilnahme gesehen, jetzt fehlt ein wenig die Spannung.

Leipzig und Dortmund: Zwei Serien, Spektakel und Brisanz

Freuen können wir uns auf die Partie dennoch. Leipzig ist seit Ende Februar ungeschlagen und holte aus den jüngsten sieben  Bundesliga-Spielen 19 der 21 möglichen Punkte. Vor allem Top-Torschütze Lois Openda und Top-Vorbereiter Xavi Simons sprühen gerade nur so vor Spielfreude. Die Dortmunder wiederum sind fast einem halben Jahr ohne Auswärtsniederlage in der Bundesliga und haben in der Fremde mehr Punkte geholt als daheim.

Und ein wenig brisant ist es ja nun doch. So treffen die Dortmunder auf ihren ehemaligen Trainer Marco Rose, der im Sommer 2022 trotz der Vize-Meisterschaft beim BVB vom Hof gejagt wurde.

Und die Statistik verspricht Spektakel. In den 15 Bundesliga-Duellen zwischen  Leipzig und Dortmund fielen 51 Tore und damit im Schnitt 3,4 pro Partie. In den jüngsten sieben Duellen in der Bundesliga waren es sogar 28 Tore und damit im Schnitt vier pro Begegnung. In der Hinrunde in Dortmund gewann Leipzig mit 3:2.

Leverkusen und Stuttgart: Duell zweier Überflieger

Um Serien und Spektakel geht es auch zwischen Leverkusen und Stuttgart. Die Werkself fuhr sensationell bereits am 29. Spieltag die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte ein, die Schwaben sprangen vom Relegationsrang in die Top 3. Beide Teams legen aktuell die beste Bilanz ihrer Bundesliga-Geschichte hin. Seit 45 Pflicht-Spielen ist Leverkusen jetzt unbesiegt und will das auch nach dem Spiel gegen den VfB noch sein. Ziel von Trainer Xabi Alonso und Co. ist die erste ungeschlagene Saison eines Teams in der Bundesliga-Geschichte.

Die Partie verspricht hohe Fußballkunst. Da ist Leverkusen mit seinem sensationell besetzten Mittelfeld, und da ist Stuttgart  mit dem gefährlichsten Sturm der Liga. Serhou Guirassy und Deniz Undav erzielten  42 Stürmertore.

Zuletzt ging es schon im Pokal-Viertelfinale zur Sache. Da gewann Leverkusen knapp mit 3:2. Auch das Hinrunden-Spiel war eine Partie auf höchstem Niveau, die leistungsgerecht mit 1:1 endete.

Die Bayern wollen Revanche gegen Frankfurt

Und die Bayern? Die wollen sich gegen Frankfurt wohl vor allem für die desaströse 1:5-Hinspielpleite revanchieren. Für die Eintracht geht es derweil darum, Platz sechs und die Europapokal-Teilnahme zu zementieren. Fünf Punkte stark ist das Polster auf den SC Freiburg, noch einer mehr auf den FC Augsburg auf Platz acht.

Restspannung bleibt, fünfter Startplatz nicht fix

Wir können uns also freuen auf die drei Spitzenspiele, die der 31. Bundesliga-Spieltag zu bieten hat. Und perfekt ist das mit dem zusätzlichen Platz in der Königsklasse ja auch noch nicht. Warum soll Aston Villa nicht die restlichen drei  Partien in der Conference League gewinnen? Und warum sollen die drei  deutschen Teams nicht alle sechs Halbfinalspiele verlieren? Der FC Bayern ist gegen Real Madrid seit sieben Partien ohne Sieg und verlor dabei sechsmal. Leverkusen gewann von bisher sechs Europacup-Spielen gegen die AS Rom nur eins, und Dortmund gewann von sechs Duellen gegen Paris Saint-Germain auch nur eins. England wäre dann in der UEFA-Rangliste wieder an der Bundesliga vorbei.

So bleibt es also doch noch irgendwie spannend.

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