Dortmund dank Glück und Hummels im Finale

dortmund dank gluck und hummels im finale

Stand: 08.05.2024 00:51 Uhr

Borussia Dortmund hat sensationell das Finale der Champions League erreicht. Die Schwarzgelben schlugen nach dem Erfolg vor einer Woche auch im Rückspiel Paris St. Germain. Das Team von Coach Edin Terzic siegte am Dienstagabend (07.05.24) wieder mit 1:0 (0:0).

Der Held des Tages war Mats Hummels, der kurz nach der Pause einen Kopfball wuchtig zum Siegtor/Führungstreffer verwertete (50.). Dabei hatte die Borussia auch das notwendige Quäntchen Glück, weil wie im Hinspiel der Ball wieder mehrfach an den Pfosten des Dortmunder Tores krachte. Außerdem entschied der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato bei einem Foul von Hummels an Ousmane Dembélé, dass der Kontakt am Fuß des Franzosen außerhalb des Strafraums stattgefunden hatte. Eine knifflige Situation.

“Unglaublich, was für eine Woche! Nach über zehn Jahren wieder im Finale, dort, wo alles anfing”, sagte bei Amazon nach der Partie Marco Reus, der bereits 2013 im Endspiel der Königklasse stand, “wir haben heute viel leiden müssen, aber wir haben es geschafft! Jetzt müssen wir den Pott auch holen – sonst wäre es Mist.” Damals hatte der BVB gegen Bayern München verloren.

Identische BVB-Startelf wie im Hinspiel

Borussen-Coach Edin Terzic schickte nach der fast komplett getauschten Startelf in der Bundesliga gegen Augsburg in Paris dieselbe Mannschaft aufs Spielfeld wie im Hinspiel. Paris begann mit Lucas Beraldo für den in Dortmund verletzten Lucas Hernandéz, außerdem stellte Luis Enrique Superstar Kylian Mbappé auf die linke Seite.

Doch, um es vorwegzunehmen, der superschnelle Mbappe blieb dort ähnlich wirkungslos wie im Hinspiel in Mittelstürmerposition. Dafür verteidigte der BVB auch viel zu gut. Besonders der im Stellungsspiel überragende Mats Hummels und sein aufmerksamer Nebenmann Nico Schlotterbeck verteidigten so gut wie alles weg, was aufs Dortmunder Tor zurollte. Außerdem setzte Julian Ryerson auf der Mbappé-Seite sowohl defensiv als auch offensiv viele Akzente und schaffte so Stabilität.

Hummels’ und Schlotterbecks wichtige Abwehrtaten

So vereitelte Hummels eine schöne Schusschance Mbappes, als er dem zentral abschlussbereiten Franzosen den Ball vom Fuß spitzelte, und Schlotterbeck lenkte einen fulminanten Schuss von Fabián Ruiz mit Risiko zur Ecke ab.

Die beste Dortmunder Möglichkeit im ersten Spielabschnitt entwickelte sich aus jener Abwehraktion Hummels’, als Karim Adeyemi sich bei einem Konter im Strafraum gegen Achraf Hakimi durchsetzte und im Fallen noch aufs Tor brachte, der Ball allerdings zu zentral auf PSG-Tormann Gianluigi Donnarumma rollte.

Viel Druck von Paris nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel geriet Dortmund unter Druck: Zuerst tauchte Hakimi in Strafraum frei auf, Ryerson klärte, nach der folgenden Ecke durch Mbappé knallte der Ball nach einem Schuss des 18 Jahre alten Warren Zaire-Emery an den Pfosten.

Doch dann schlug Borussia Dortmund zu: Nach einer Ecke von Julian Brandt ließ Paris Hummels entwischen, der den freien Raum mit schmalen Augen erkannte. Dessen Kopfball aus fünf Metern schlug nicht nur wuchtig rechts unten im Tor ein, sondern hinterließ auch einen deutlich sichtbaren Abdruck auf Hummels’ Stirn. Dortmund jubelte.

Wieder zwei Pariser Aluminiumtreffer

Nach dem Dortmunder Tor legte PSG noch einmal zu – zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei Treffer nötig, um die Verlängerung zu erreichen. Mbappé tauchte nun öfter zentral auf, was für viel Stress in der BVB-Verteidigung sorgte. Terzic brachte nun sowohl Niklas Süle als dritten Innenverteidiger als auch Marco Reus, der jüngst nach seiner Abschiedsankündigung aus Dortmund gegen Augsburg ein überragendes Spiel mit zwei Toren ablieferte.

Die Franzosen durften nun nicht nachlassen: Gonçalo Ramos zog aus zentraler Position ab, der Ball strich über das von Gregor Kobel bewachte Tor (60.). Dann fasste sich Nuno Mendes ein Herz aus 22 Metern und traf wieder nur den Pfosten (61.). Und dann hatten die Dortmunder erneut Glück, als Hummels Foul an Dembélé knapp außerhalb des Strafraum gesehen wurde (65.).

PSG verzweifelt

Paris warf in der Schlussphase alles nach vorne: Mbappé traf das Außennetz (81.), nach einem zweifelhaften Freistoßpfiff bediente Kang In Lee PSG-Kapitän Marquinhos, der den Ball knapp links neben das Tor setzte und seinen Frust aus dem Leib schrie (82.).

Doch es folgten noch weitere Schüsse, die nicht das Tor der Gäste trafen: Mbappé – wieder Pfosten. Und noch einer: Vitinha, der eine starke Leistung für die Franzosen zeigte, zog aus der Distanz ab, wieder rettete für Dortmund die Umrandung des Tores. Zum vierten Mal!

In der Nachspielzeit retteten Schlotterbeck und Kobel gegen Mbappé, der zentral abschloss – und dann war es geschafft. Dortmund steht am 1. Juni (21 Uhr) im Londoner Wembley-Stadion im Finale gegen den Sieger des Halbfinals zwischen Real Madrid und Bayern München (morgen, 21 Uhr, Liveticker bei sportschau.de). Setzt sich Bayern durch, dann kommt es in England zu einer Wiederauflage des Finales von 2013, in dem sich München durchsetzte.

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