DFB-Frauen gehen selbstbewusst ins Nachbarschaftsduell

dfb frauen gehen selbstbewusst ins nachbarschaftsduell

Stand: 04.04.2024 19:03 Uhr

Zum Start in die EM-Qualifikation muss sich die deutsche Fußball-Nationalelf der Frauen ein bisschen neu sortieren, ist aber trotzdem favorisiert im Duell bei den Österreicherinnen. In Linz sollen am Freitagabend (5.4.2024) die ersten drei Punkte auf dem Weg zur Endrunde im Sommer 2025 in der Schweiz gesammelt werden.

Von Kristoffer Klein, Linz

Es wird ein Abend der ersten Male für die DFB-Frauen. Zum ersten Mal ist das Team von Bundestrainer Horst Hrubesch für ein Länderspiel in Österreich zu Gast (20.30 Uhr, live im Ersten, der ARD Mediathek und bei sportschau.de) – nach zuvor zwei siegreichen Heimspielen 2016 und 2018, sowie dem spannenden 2:0 im EM-Viertelfinale in England 2022.

Die Premiere findet zudem in einem Stadion statt, in dem noch nie ein Frauenländerspiel ausgetragen wurde: in der erst Anfang 2023 eröffneten Arena des Linzer Athletik-Sport-Klubs, kurz “LASK” genannt. Dort werden rund 8.000 Fans zu diesem Nachbarschaftsduell erwartet.

“Wir wollen spielbestimmend sein und werden versuchen, das Spiel von Anfang an in die Hand zu nehmen”, sagte Interimsbundestrainer Horst Hrubesch bei der Abschlusspressekonferenz. Seine Spielerinnen hätten durch den Sieg Ende Februar in den Niederlanden und der damit verbundenen Olympiaqualifikation eine gewisse Sicherheit gewonnen und seien überzeugt von sich.

Gwinn und Oberdorf in neuen Rollen

Als Kapitänin anführen wird die DFB-Elf in Linz erstmals Rechtsverteidigerin Giulia Gwinn von Bayern München. Die 24-Jährige vertritt Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg, die wegen Knieproblemen weder in Linz noch beim zweiten EM-Qualifikationsspiel am kommenden Dienstag in Aachen gegen Island dabei sein kann.

“Es ist immer gut, wenn man eine Kapitänin hat, die vorneweg gehen kann, und Giuli hat gezeigt, dass sie das kann”, begründete Hrubesch die Entscheidung, die er gemeinsam mit der Mannschaft getroffen hat. Für Gwinn ist das Tragen der Kapitäninnenbinde auch der Lohn für ihre harte Arbeit in den vergangenen Jahren, die von schweren Rückschlägen geprägt waren. Gleich zweimal riss sie sich das Kreuzband – erst im September 2020, dann im Oktober 2022. Aber zweimal schaffte sie auch den Weg zurück und gehört aktuell wieder zu den stärksten Außenverteidigerinnen Europas. Als ihre Stellvertreterin fungiert nach dem Rücktritt von Svenja Huth deren Wolfsburger Klubkollegin Lena Oberdorf.

Ebenfalls nicht dabei sind Marina Hegering (Muskelfaserriss in der Wade) und kurzfristig auch Mittelfeldspielerin Sara Däbritz, die sich im Training eine Adduktorenzerrung zugezogen hat und bereits zu ihrem Verein Olympique Lyon zurückgereist ist. Für sie wurde Leverkusens Elisa Senß nachnominiert, die zunächst abgesagt hatte, mittlerweile ihre Viruserkrankung aber überstanden hat. Einziger Neuling im 23-köpfigen Kader ist Bibiane Schulze Solano von Athletic Bilbao.

DFB-Frauen erwarten körperlich starke Gegnerinnen

Die Österreicherinnen sind der vermutlich unangenehmste Gegner der deutschen Qualifikationsgruppe. Die ÖFB-Auswahl mit gut einem Dutzend Bundesligaspielerinnen im Kader steht in der FIFA-Weltrangliste zwar auf Rang 17 und damit zwei Plätze hinter Island, hat sich aber in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt.

Der dritte Gegner Polen wird auf Platz 29 geführt und gilt als Außenseiter. “Wir wollen die drei Punkte bei uns behalten, druckvoll und energisch spielen”, sagte Verteidigerin Sara Doorsoun mit Blick auf die Partie in Linz. Die Österreicherinnen seien seit Jahren gut eingespielt und vor allem auch körperlich stark. Dennoch sind die Vorzeichen klar: Alles andere als ein Sieg der DFB-Frauen zum Start in die EM-Qualifikation wäre eine große Überraschung.

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