Champions League: Leipzig scheitert an Real Madrid – und am Schiedsrichter

champions league leipzig scheitert an real madrid und am schiedsrichter

Stand: 07.03.2024 00:01 Uhr

RB Leipzig ist trotz einer guten Leistung bei Real Madrid aus der Champions League ausgeschieden. Die Sachsen dürften vor allem auf Schiedsrichter Davide Massa wütend sein. Der Italiener traf beim 1:1 in Madrid einige aus Sachsensicht sehr diskutable Entscheidungen.

Real Madrid setzte das erste Ausrufezeichen, als Vinicius Jr. nach der Pause die Führung erzielte (65.), aber Willi Orban glich beinahe postwendend aus (68.). Doch mehr sprang für die überlegenen Deutschen nicht heraus.

Das Remis genügte dank des 1:0-Hinspielerfolgs der Spanier für deren Einzug ins Viertelfinale. Aber RB Leipzig wird eine schlaflose Nacht vor sich haben, weil erneut eine Reihe zweifelhafter Schiedsrichterentscheidungen das Spiel aus ihrer Sicht in die falsche Richtung laufen ließ. Auch im Hinspiel hatte es nach dem nicht anerkannten Treffer Diskussionen um die Entscheidungen der Unparteiischen gegeben.

“Wir haben einfach zu wenige Tore geschossen”, sagte Marco Rose fair nach der Partie, “aber es ist sicherlich richtig: Über 180 Minuten – ich will es mal so ausdrücken – ist die Balance der Entscheidungen sicherlich nicht in unsere Richtung ausgeschlagen, und wir den ein oder anderen Widerstand mehr hatten. Trotzdem gratulieren wir Real Madrid – wir wollen keine schlechten Verlierer sein.” Benjamin Henrichs sagte bei bei DAZN: “Wir müssen uns einfach belohnen. So viele Torchancen, wie wir hatten, wir dürfen eigentlich nicht rausfliegen.” “Leipzig hat’s gut gemacht. Sie haben sehr, sehr gut verteidigt und über das Verteidigen dazu gefunden, gute Konter zu spielen”, lobte Kroos.

Leipzig lässt beste Chancen aus

Bis auf einen halbgefährlichen Kopfball von Vinicius Jr. ließ Leipzig in Spielabschnitt eins einerseits keine Torchancen der Gastgeber zu, erarbeitete sich andererseits gegen eher passiv und defensiv agierende Madrilenen eine überraschend große Anzahl an eigenen Möglichkeiten. Dabei scheiterte der von Beginn an spielende Lois Openda jeweils, weil er den Ball am Tor vorbeischoss (13., 16., 42.).

Der bald wieder für die deutsche Nationalmannschaft auflaufende Toni Kroos kontrollierte das Spiel der Heimmannschaft und hatte die größte Anzahl an Ballaktionen auf dem Spielfeld, leitete aber kaum eine Offensivaktion von Real Madrid ein. Auch Jude Bellingham versank aufgrund der abwartenden Spielweise der Mannschaft von Carlo Ancelotti in der spielerischen Versenkung.

Rodrygo kommt nach der Pause rein

Die Spanier blieben angesichts ihres knappen 1:0-Siegs im Hinspiel abgeklärt. Ancelotti brachte zur zweiten Hälfte Rodrygo, der zu Spielbeginn auf der Bank Platz nehmen musste. Aber: Am Spiel-Setup änderte sich nichts.

Dann änderte sich die Gangart in der Partie: Zuerst foulte Vinicius Jr. Willi Orban und schubste den Leipziger danach mit beiden Händen am Hals zu Boden. Leipzigs Trainer Marco Rose geriet ob der Gelben Karte, die der italienische Schiedsrichter Davide Massa, dem Brasilianer zeigte, in Rage. Die nicht gezeigte rote Karte sollte Folgen haben.

Auch Kroos verschärfte sein normalerweise zurückhaltendes Zweikampfverhalten und foulte Dani Olmo – auch hier wählte der Unparteiische das kleinere Strafmaß und zeigte keine Karte.

Erst trifft Vini Jr., dann Willi Orban

Real verschärfte in der Folge kurz das Tempo, Leipzig geriet unter Druck und verlor kurzzeitig Vinicius Jr. aus den Augen. Bellingham sah die Gasse, die sich in der Abwehr der Sachsen auftat und schickte dorthin den Ball und seinen brasilianischen Mitspieler. Der benötigte genau eine schnelle Ballberührung, um die “Königlichen” in Front zu bringen. Ausgerechnet Vinicius Jr., der aus Sicht der Deutschen nicht mehr hätte in der Partie sein dürfen.

Doch Leipzigs Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Zuerst scheiterte Xavi Simons mit einem Distanzschuss, den der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger per Fußabwehr aus dem Eck kratzte. Doch als David Raum von links in den Strafraum flankte, drückte Orban den Ball aus halber Höhe mit dem Kopf über die Linie.

Olmo trifft nur die Latte

Als Kroos dann doch noch die über die Spieldauer verdiente gelbe Karte nach einem Foul an Xavi Simons sah und kurze Zeit später das Spielfeld verließ, applaudierte das spanische Publikum voller Respekt und Zufriedenheit.

In der Schlussphase ging RB-Coach Rose personell “all in”, Olmo hatte bei einem Heber in der Nachspielzeit noch die große Chance auf den Treffer, der die Verlängerung gebracht hätte. Aber Real rettete den Viertelfinaleinzug unter Mithilfe der Querlatte über die Zeit.

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